14.09.2018 Garlstedt

Logistikschule

Logistikschule klärte aufgebrachte Bürger nach Missverständnis auf. Mit Obacht und Rücksicht baut die Bundeswehr nach sechs Jahren Planung die Lehrbahn auf dem Truppenübungsplatz – nicht in Schmidts Kiefern, nicht in unmittelbarer Nachbarschaft, nicht in unberührte Natur, nicht für 17.000 Fahrschüler.

Garlstedt. Der Runde Tisch im Dorfgemeinschaftshaus widmete sich diesmal nur einem Thema: der Verlegung der Geländelehrbahn von Schwanewede nach Garlstedt. Ein Zeitungsartikel in der Tageszeitung Anfang Juli dieses Jahres hatte die Gemüter erhitzt. So erschienen zum Runden Tisch auch zur Hälfte der rund 70 Gäste Heilshorner Bürger, denn sie wären nach dem Zeitungsbericht mit fünf Übungsstationen südlichdes Kasernengeländes „beglückt“ worden und das für 17.000 Fahrschüler pro Jahr.

Schnell stellte Oberstleutnant Thomas Meineke von der Lehrgruppe C klar, dass es gar keine Fahrschüler in Garlstedt geben werde: „In Garlstedt werden Fahrlehrer für bundesweit 20 Zentren ausgebildet.“ 18 Fahrlehrer seien pro Jahr in Ausbildung, es gebe rund 300 Aus-,Fort- und Weiterbildungen über das gesamte Jahr in geschützten Fahrzeugen. „Bisher sind diese Kollegen in Schwanewede ausgebildet worden.“ Nun sollen die Panzerlehrgänge aus Schwanewede nach der Schließung der Kaserne auch nach Garlstedt geholt werden.

„Zwei Panzer werden für drei Lehrgänge im Jahr an insgesamt 32 Tagen im Jahr für die 18 Fahrlehrer in Ausbildung genutzt. Mehr ist es nicht, und da gucken wir auch hin.“ 100 Radfahrzeuge und 35 Kettenfahrzeuge wie Bergepanzer üben während der Lehrgänge an fünf Tagen die Woche ab 7.30 Uhr bis 15 oder16 Uhr. „Dann ist Schluss. Wir haben eine Fünf-Tage-Woche.“Die Bergepanzer übten bereits in der Garlstedter Heide.

„DieRadfahrzeuge sind LKW mit normalen Motoren. Die lautesten Nebengeräusche werden wegen des Waldes nach 20 Metern nicht mehr zu hören sein“, beschrieb Oberstleutnant Meineke die Geräuschkulisse.

Bau zweier Übungsstationen 2019

Im Mai 2019 sollen an einer geplanten Lehrbahn, die westlichvon der Lucius-D.-Clay-Kaserne bis in den nördlichen Bereich des Truppenübungsplatzes verlaufen soll, zwei Übungsstationen gebaut werden: Ein sogenannter Zweistreifen und ein Trichter sollen die Fahrlehrer in landschaftlichen Extremsituationen schulen.

Im südlichenBereich innerhalb des Truppenübungsplatzes, aber immer nochauf Linie der südlichen Grenze der Kaserne, werden ein Steilhang, eine versetzte Durchfahrt, ein Wasserhindernis und eine Schrägbahn installiert werden. Die Bergepanzer seien bereits seit 1993 an 110 Tagen im Jahr im Einsatz. „Einmal pro Lehrgang werden die Bergepanzer nachts bewegt.

Wir haben zehn Lehrgänge im Jahr.“ Und von den Schulpanzern, die kommen werden, einem sogenannten Büffel 3a1, gebe es bundesweit nur vier. „Wir haben einen davon.“

Standortältester Major Michael Glatz erklärte kurz den genauenWeg der Baumaßnahme vor, die seit 2012 in der Planung ist. Gutachten über Lärm, Natur und Artenschutz lägen vor. „Der Grund, warum nicht in Schmidts Kiefern gebaut wurde, ist der zu erwartende Lärm für Heilshorn. Der Luseberg ist mitten in der Fläche und kein FFH-Gebiet.

“Anwohner interessiert, aber kritisch

Kritisch hinterfragten die Anwohner auch Abgasemmissionen, die prozentuale Zunahme der Tage mit Panzerübungen (15 Prozent). Doch die Bauherrin Bundeswehr stellte sich als umsichtige Bauherrin heraus: „Eine Umweltverträglichkeitsstudie über den Bau liegt vor, auch nach dem FFH-Artenschutzund unterliegt den Eingriffsregelungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Es findet einreger Austausch mit der unteren Naturschutzbehörde und dem Landkreis Osterholz statt.“Einem Heilshorner wurden die kritischen Stimmen zu bunt under ergriff das Wort: „Die Garlstedter Heide ist wirklich ein Kleinod und sieht aus wie vor50 Jahren. Die Soldaten bewegen sich grundsätzlich auf den Wegen, sonst wäre alles schon kaputt. Die Tierwelt stört sich nicht am Bundeswehrbetrieb. Die Bundeswehr erhält dieses Biotop, und das ist toll. DieZusammenarbeit mit der Bundeswehr klappt hervorragend.“

Das konnte auch der ehemalige Ortsvorsteher Johann Beckmann nur aus jahrelanger Erfahrung bestätigen. Nun ballte sich derUnmut einiger weniger Bürger auf dem Verfasser des Artikels, doch nach herausfordernder angriffslustiger Rede, ergriffen die jetzigen Ortsvorsteher Garlstedts (Marie Jordan) und Heilshorns (Holger Heier) das Wortund entschärften die bedenklichen Aussagen des Gastes. Sie bedankten sich nicht nur für denaufklärenden Besuch der Bundeswehr, sondern auch für das Interesse der Mitbürger.